AMD hat mit seinen Ryzen-Prozessoren bereits 2017 für reichlich Aufregung gesorgt. Mehr Kerne mit mehr Leistung sprechen dabei nicht nur Gamer, sondern ganz besonders auch viele Streamer dort draußen an. Mit dem Core i9 9900K will Intel nun Zähne zeigen und beweisen, dass auch der blaue Riese im Stande ist einen schnellen Multicore-Prozessor zu bieten. Direkt vorneweg möchten wir sagen, dass dieser Test hier nicht mit zahlreichen technischen Details aufwartet, denn davon gibt es bereits ausreichend im gesamten Internet. Wir als Händler möchten euch lediglich einen einfachen CPU-Test präsentieren, der euch die Unterschiede beim gleichzeitigen Zocken und Streamen zeigt. Als Testkandidaten für den ersten Lauf wählten wir die folgenden drei CPUs.

Intel Core i9 9900K
AMD Ryzen 2700X
AMD Ryzen Threadripper 2950X

Beachtet: Diesen Artikel werden wir im Laufe der Zeit mit immer mehr Prozessoren füllen und vervollständigen!

Möchtest du deinen eigenen perfekten PC? Wir konfigurieren dir deinen Traum-PC und bauen ihn dir Live auf Twitch vor deinen Augen zusammen! Stelle noch heute deine Anfrage!

Intel Core i9 9900K

Der Intel Core i9 9900K ist der erste Mainstream 8-Kern-Prozessor von Intel, der nicht nur für Games, sondern auch für die Bild- und Videobearbeitung reichlich Power bieten soll. Mit seinen acht Kernen und 16 Threads soll er AMDs Ryzen 2700X direkt angreifen. Der Intel Core i9 9900K bietet euch einen Basistakt von 3,6 GHz, den er dank dem eigenen Turbomodus nach oben schrauben kann. Im absoluten Maximum liegt er dann bei 5 GHz auf zwei Kernen, 4,8 GHz auf zwei weiteren Kernen sowie auf 4,7 GHz auf den restlichen vier Cores. Vor allem Spiele profitieren dabei weiterhin von den hohen Frequenzen der ersten vier Kerne.

Ein großer Kritikpunkt der letzten Core-i-Reihe war, dass Intel den Heatspreader (Die metallische Oberfläche) nicht mehr direkt mit dem CPU-Kern verlötet hatte. Die liebevoll als „Zahnpasta“ bezeichnete Wärmeleitpaste der Coffee-Lake CPUs (8000er Reihe) sorgte dabei unter anderem für sehr hohe Temperaturen. Beim Core i9 9900K kommt seit einiger Zeit wieder ein verlöteter Heatspreader zum Einsatz, was einen großen Einfluss auf die Temperaturen hat. Eine Änderung der Fertigung erfuhr der Core i9 9900K jedoch nicht, weshalb er weiterhin in 14nm gefertigt wird. Intel nennt diese verbesserte Fertigung 14nm+++

AMD Ryzen 2700X

Ein großer Irrglaube ist, dass die neuere Ryzen 2000er Familie bereits zu den Zen2-Prozessoren gehört, doch handelt es sich lediglich um ein Refresh, das AMD als Zen+ bezeichnet. Als Antwort auf Intels Coffee Lake Generation verbesserte AMD hier die IPS (Leistung pro Takt) geringfügig und auch die Fertigung wurde von 14nm auf 12nm geändert. Hinzu kam ein verbesserter Turbo-Modus, der den Takt feiner an die CPU-Kerne legen soll. Dadurch erhöhten sich auch die Frequenzen um einige Hundert Herz. Der Ryzen 2700X liefert euch acht Kerne sowie 16 Threads und ist somit ebenso stark ausgestattet wie der Intel Core i9 9900K. Allerdings taktet die CPU vor allem im Turbo-Modus etwas niedriger. So liegt der Basis-Takt bei hohen 3,7 GHz, allerdings erreicht der 2700X „lediglich“ 4,3 GHz im Turbo. Anders als bei Intel liegt diese Taktung aber auf allen Kernen und nicht nur auf den ersten beiden. Wichtig hierbei ist allerdings, dass die Taktraten durch den neuen Precision Boost 2 (So nennt AMD den Turbo-Modus) stets anders ausfallen und immer variieren. Einen genauen Wert kann man hier nicht unbedingt immer nennen.

AMD Ryzen Threadripper 2950X

Als Gegenstück zur 7000er Reihe von Intel, brachte AMD bereits 2017 die Threadripper-Serie auf den Markt, die mit erheblich mehr Kernen und einem riesigen Prozessor für reichlich Wirbel sorgte. Als Derivat zur AMD Epyc-Reihe, die nur für den Server-Bereich vorgesehen ist, liefert der Threadripper für den Mainstream-Sektor bis zu 32 Kerne und 64 Threads. Da die große Version mit rund 1800 Euro allerdings nicht unbedingt DER Spieleprozessor ist, haben wir uns für den Threadripper 2950X entschieden. Mit seinen 16 Kernen und 32 Threads ist diese CPU der ideale Multitasking-Partner, was vor allem Streamern zu Gute kommt. Als Takt liegen auf allen 16 Kernen beim Threadripper 2950X 3,5 GHz auf allen Kernen an. Wird die CPU gefordert, kann der Threadripper 2950X auf bis zu 4,3 GHz aufstocken, was im Test aber selten der Fall ist. Der Precision Boost 2 regelt auch hier den Kerntakt immer sehr stark, wodurch meistens niedrigere Taktungen zustande kommen. Besonderes Schmankerl: Da der Threadripper einen Aufbau wie der Server-Prozessor Epyc hat, ist die Größe des Prozessors enorm – das macht besonders viel Spaß beim Einbau 😉

CPU-NameKerne/Threads / TaktTaktfrequenz (Turbo)TDPPreis (Marktpreis)
Intel Core i9 9900K8/16 / 3,6GHz Basis5,0/5,0/4,8/4,7/4,7 GHz95 WattRund 600 Euro
AMD Ryzen 2700X8/16 / 3,7 GHz BasisBis zu 4,3 GHz105 WattRund 300 Euro
AMD Threadripper 2950X16/32 / 3,5GHz BasisBis zu 4,4 GHz180 WattRund 900 Euro

Testszenario der CPUs

Im Vorfeld haben wir uns natürlich überlegt, wie wir die CPUs am besten für die Praxis testen können. Entschieden haben wir uns insgesamt für den 3D Mark, Cinebench 15 sowie drei Spiele: Battlefield 5, Witcher 3 Wild Hunt und Assassins Creed Odyssey.

Alle Spiele testeten wir mit 16 Gigabyte RAM, den wir auf 2933 MHz getaktet haben (offizieller Maximaltakt für AMD). Lediglich beim Threadripper 2950X mussten wir den RAM-Takt auf 2400 MHz setzen, da alle Spiele und Anwendungen mit dem Takt nicht stabil funktionierten. Den Fehler hier suchen wir allerdings beim verwendeten Mainboard. Als Grafikkarte kam bei allen drei Systemen eine Zotac Geforce GTX 1080 Ti Mini zum Einsatz. Der Threadripper 2950X lief hierbei nicht im Game-Mode!

Die Settings für die Spiele sowie die Streaming-Einstellungen in OBS lauteten:

Ultra-Preset in allen Spielen @1080p@60FPS; Bitrate: 6500 Kbit; Encoding: Faster

Achtung: Alle Tests haben wir alltagstauglich durchgeführt! Es handelt sich NICHT um einen Test für die reine CPU-Rohleistung, sondern um einen Test, wie ihn ein Gamer oder ein Streamer interessiert.

Wenn ihr sehr viel Zeit habt, dann könnt ihr den fast 11-stündigen Test hier im Livestream noch einmal anschauen.

Futurmark 3D Mark

Der 3D Mark ist ein theoretischer Benchmark, der dein System ausreizt und am Ende eine Punktzahl ausgibt, die die Gesamtleistung zeigt. Besonders überrascht waren wir hier von der recht schwachen Performance des Threadrippers, der zuvor in Spielen eine bessere Figur gemacht hat. Überraschen war hingegen der Core i9 9900K, der hier eine absolute Glanzpunktzahl hingelegt hat – 38 FPS im CPU-Benchmark erreicht hier auch der Threadripper nicht, der THEORETISCH mit seinen 32 Threads weit vorne liegen sollte.

Cinebench 15

Wie auch der 3D Mark ist der Cinebench ein theoretischer Benchmark, der nicht das gesamte System sondern nur die CPU fordert. Hier werden alle CPU-Cores gleichermaßen genutzt, was Prozessoren mit vielen Threads in die Karten spielt. Aus diesem Grund liegt im Cinebench der Threadripper auch weit vorn, dicht gefolgt vom Core i9 9900K und dem Ryzen 2700X.

Battlefield 5 (Narvik, Eroberung)

Battlefield konnte schon bei Battlefield 1 zeigen, dass es hervorragend mit CPU-Kernen umgehen kann. Hohe Frequenzen sind dabei genauso wichtig, wie viele Kerne und Threads. Die mit Abstand beste Leistung bot hier der Intel Core i9 9900K, der mit rund 65 Grad nicht nur angenehm kühl war, sondern mit rund 112 FPS auch noch eine stabile Leistung bot. Etwas weiter ab vom Schuss waren dabei der Ryzen 2700X und der Threadripper 2950X, auch wenn die beiden Vertreter von AMD eine ebenso hohe Leistung zeigten.

Assassins Creed Odyssey

In Assassins Creed Odyssey schrumpfte der Vorsprung des Core i9 9900K enorm, auch wenn das Spiel ebenso perfekt mit CPU-Kernen skalieren kann. Sichtbar war das besonders gut beim Threadripper 2950X, der gute 2-3 FPS vor dem Core i9 9900K lag. Aber auch der Ryzen 2700X war dem blauen Riesen dicht auf den Spuren.

The Witcher 3 Wild Hunt

Witcher Wild Hunt ist ein grafischer Kracher, bei dem sofort das GPU-Limit auffällt. Die CPU ist hier nahezu unwichtig, was wir bei den FPS-Werten auch schnell feststellen können. Während der 300 Euro teure Ryzen 2700X hier lediglich 2-3 FPS hinter dem 600 Euro teuren Intel lag, war der 900 Euro teure Threadripper gleichauf mit Intels CPU.

Fazit

Nach insgesamt 11 Stunden konnten wir den CPU-Alltagstest abschließen! Und was ist unser Fazit?

Intel Core i9 9900K: Der Intel Core i9 9900K wird aktuell zu Unrecht zu stark in den Dreck gezogen! Er lief mit unserer Arctic Liquid Freezer 360 unter Volllast bei rund 65°C und zeigte eine beachtliche Leistung. Allerdings ist die CPU für rund 600 Euro schlicht zu teuer! Die geringe Mehrperformance im Vergleich zum Ryzen 2700X ist einfach nicht gerechtfertigt, bis auf die fette Performance in BF5. Für 400 Euro wäre der Core i9 9900K eine perfekte Alternative und ein starker Konkurrent für AMDs 2700X.

AMD Threadripper 2950X: Der Threadripper ist ein kleiner Mainstream-Traum für alle, die nicht nur zocken, sondern auch Videos schneiden und Bilder bearbeiten wollen. So viel CPU gab es bisher nie für so wenig Geld. Die Leistung ist auch in Games beachtlich, auch wenn diese die CPU nicht in allen Formen reizen. 900 Euro ist für einen reinen Gamer dabei aber eine ordentliche Ansage, weshalb sich der Prozessor hier wenig rentiert. Streamer und Content-Ersteller kommen aber voll auf Ihre Kosten. Einziger Wermutstropfen: Wir haben bereits sechs Threadripper PCs für unsere Kunden gebaut und alle hatten starke Probleme mit RAM-Taktungen. Hier entscheidet ganz stark das Mainboard.

AMD Ryzen 2700X: Rund 300 Euro kostet der Gewinner der Herzen in diesem Fall. Den Ryzen 2700X können wir nur als Testsieger küren, denn er bietet die beste Leistung für das Geld. „Nur“ 300 Euro möchte AMD für den 8-Kerner haben, der dem doppelt so teuren Intel Core i9 9900K so dicht auf den Fersen klebt! Der AMD Ryzen 2700X ist in allen Fällen die Wahl für Streamer und Youtuber! Aus unserer Sicht eine absolute Kaufempfehlung!

Möchtest du deinen eigenen perfekten PC? Wir konfigurieren dir deinen Traum-PC und bauen ihn dir Live auf Twitch vor deinen Augen zusammen! Stelle noch heute deine Anfrage!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: