Der PC-Markt ist hart umkämpft. Jeder, der einmal einen PC zusammengeschraubt hat, nennt sich selbst Profi und bietet seine Dienste für ein paar Euro auf Ebay-Kleinanzeigen an. Aber auch große Anbieter unterbieten sich mit immer geringeren Preisen. Dass bei Billig-PCs irgendwo gespart wird, ist dann kein Geheimnis. Egal, ob es sich um ein wenig durchdachtes Kabel-Management handelt, der Stresstest nur halbherzig durchgeführt wird oder der After-Sales-Service eher dürftig ausfällt.

Ich gehöre zu den teuersten PC-Anbietern auf dem Markt und dazu stehe ich auch. Bei mir gibt es keinen Ryzen 9 mit 32GB RAM und einer Geforce 3080 für 1200 Euro. Diese PC-Systeme möchte ich nicht anbieten und das werde ich auch nie. Ich möchte euch hier einmal einen kleinen Einblick geben, was mich von anderen unterscheidet.

Punkt 1: Qualität und Service

Ich bin eine One-Man-Show. Vom Eingang deiner Bestellung bis zur Auslieferung bin ich dein einziger Ansprechpartner. Ich berate dich, ich baue deinen PC und ich liefere ihn aus. Fällt im Laufe der Gewährleistung ein Bauteil aus, was durchaus einmal passieren kann, dann stehe ich dir mit Rat und Tat zur Seite. Keine Warteschleifenmusik, keine multiplen Ansprechpartner. Selbst nach einem möglichen Defekt nach der Gewährleistung versuche ich mein Möglichstes, dass du deinen PC schnell wieder einsatzbereit hast.

Mittlerweile greife ich auf 20 Jahre Hardware-Erfahrung zurück. Ich arbeitete für große Fach-Magazine, für große Hardware-Hersteller (Fractal Design, GIGABYTE, Killer Networks, Crucial) und führte bereits eigene Hardware-Projekte. Seit meinem ersten PC, den ich mit 13 Jahren zusammengeschraubt habe, glitten bereits Tausende Hardware-Teile durch meine Finger.

Punkt 2: Kosten

Viele Kunden glauben immer daran, dass Hardware-Hersteller und PC-Unternehmen Unmengen an Geld verdienen. Tatsächlich ist das in einigen Bereichen auch der Fall. Doch während PC-Peripherie in der Herstellung gute Margen erzielt, sieht es bei PC-Hardware etwas anders aus. Ich kaufe meine PC-Hardware bei einem Hardware-Distributor. Durch den harten Online-Kampf sind die Preise mittlerweile jedoch auf dem selben Niveau, wie bei jedem Endkundenversand. Meine Hardwarepreise liegen demnach auf einem ähnlichen Niveau, wie deine Preise.

Weiterhin solltest du bedenken, dass ich bei einem Zusammenbau auch Arbeitszeit investiere. Pro Gaming-PC im Wert von rund 2500€ investiere ich ca. 8-10 Stunden reine Arbeitszeit. Das fängt bei der Beratung an, geht über die Konfiguration, die Bestellung, das Zusammenbauen, testen, verpacken und den Service danach. Hinzu kommt die Müllentsorgung sowie die Logistik.

Angenommen, ich berechne eine Marge von 250€ Brutto pro PC, bleiben im Endeffekt noch 25 – 31 Euro pro Stunde übrig. Von diesem Betrag geht die Mehrwertsteuer ab, denn diese muss ich an das Finanzamt abführen. Demnach bleiben 21 – 26 Euro pro Stunde übrig. Nun muss ich davon auch noch ca. 20% Einkommensteuer zurücklegen. Nach steuerlichen Abzügen bleibt demnach ein Betrag zwischen 17 bis 21 Euro übrig. Hinzu kommen Krankenversicherung, Rentenversicherung, Betriebshaftpflicht, Mietkosten, Stromkosten, Abfallbeseitigung und Kleinstbeträge wie Verpackungsmaterial oder Druckkosten etc.
Am Ende bleibt ein Betrag von rund 8 bis 11 Euro pro Stunde übrig – pro PC.

Aus diesem Grund berechne ich etwas mehr, denn ich bin sebständig. Ich habe ein unternehmerisches Risiko. Ich möchte Geld verdienen und ich möchte meine Waren anbieten.

Wer nun sagt: „Dann heul nicht rum, sondern lass dich anstellen“, der denkt zu wenig. Würde jeder Mensch so denken, gäbe es keine Unternehmen, keine Bäcker, keine Fleischer und wir würden in einer völlig anderen Welt leben.

Im Jahr 2019 habe ich insgesamt 175.000 Euro Einnahmen mit PCs generiert. Abzüglich der Hardwarekosten und aller anderen Kosten, hatte ich einen Jahresverdienst von insgesamt 13.500€ netto. Das entspricht 1125 Euro Nettolohn.

Dass das nicht die Zukunft von Unternehmen in Deutschland sein darf, sollte allen klar sein. Denn davon hängen auch andere Jobs ab. Aus diesem Grund solltest du „Geiz ist Geil“ noch einmal überdenken.

Punkt 3: Zielgruppe

Du kannst deinen PC selbst bauen? Fein! Dann mach das unbedingt, denn du wirst natürlich Geld sparen! Du brauchst niemanden, der dir Hilfestellung gibt! Du bist ein Profi! Doch bitte sei so nett und stelle die Dienstleistung anderer Menschen nicht in Frage. Denn du kaufst dein Brot vermutlich auch beim Bäcker. Oder du kaufst dein Auto beim Autohaus. Oder du kaufst dein Haus vom Bauunternehmen. Niemand kann alles! Und daher solltest du auch die Arbeit von anderen Menschen schätzen und respektieren.

Schlusswort:

Ich möchte meine Waren anbieten, die zu 100% Qualität liefern. Ich möchte etwas anbieten, das euch in schweren Zeiten weiterhilft. Gaming, Streaming, Videobearbeitung etc. – ein Hobby sorgt für einen Ausgleich. Aber ich möchte mit meinen Waren auch Geld verdienen, meine Miete bezahlen und davon leben können.

Kategorien: Allgemein

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